Wie viel Netto bleibt von 3.500 Euro brutto? So rechnest du es aus
Vom Bruttogehalt landet nie der volle Betrag auf dem Konto. Dazwischen liegen Lohnsteuer, eventuell Soli und Kirchensteuer sowie die Sozialabgaben. Dieser Leitfaden zeigt die vier Schritte vom Brutto zum Netto an einem konkreten Beispiel, und du kannst deinen eigenen Fall direkt im Gehaltsrechner nachrechnen.
Tool Gehaltsrechner öffnenBerechne dein Nettogehalt mit dem offiziellen Lohnsteuer-Programmablaufplan 2025 & 2026: Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuer, Kinder sowie gesetzliche oder private Versicherung.Vom Brutto zum Netto in vier Schritten
Der Weg vom Brutto zum Netto folgt immer derselben Reihenfolge. Wer sie einmal verstanden hat, kann jede Gehaltsabrechnung Zeile für Zeile nachvollziehen.
- Das Bruttogehalt ist der Ausgangspunkt. Es ist der Betrag, der im Arbeitsvertrag steht, bevor irgendetwas abgezogen wurde.
- Davon wird die Lohnsteuer berechnet, dazu gegebenenfalls der Solidaritätszuschlag und, falls du Kirchenmitglied bist, die Kirchensteuer. Wie hoch die Lohnsteuer ausfällt, hängt vor allem von deiner Steuerklasse ab.
- Anschließend kommen die Sozialabgaben: Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Du trägst davon jeweils ungefähr die Hälfte, die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber obendrauf.
- Was nach Steuern und Sozialabgaben übrig bleibt, ist dein Nettogehalt. Genau dieser Betrag wird überwiesen.
Die Lohnsteuer ist dabei keine eigene Steuerart, sondern eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. Dein Arbeitgeber führt sie jeden Monat ans Finanzamt ab, damit am Jahresende keine große Nachzahlung ansteht. Ob am Ende zu viel oder zu wenig gezahlt wurde, klärt die Steuererklärung, und genau dort wirken sich Werbungskosten, Pendlerpauschale oder Sonderausgaben aus, die im monatlichen Lohnsteuerabzug noch gar nicht berücksichtigt sind.
Hinter den Sozialabgaben stecken vier Versicherungen mit festen Beitragssätzen. Die Rentenversicherung kostet 18,6 Prozent des Bruttos, die Arbeitslosenversicherung 2,6 Prozent, die Krankenversicherung 14,6 Prozent plus einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag und die Pflegeversicherung rund 3,6 Prozent. Diese Sätze teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte, weshalb auf deiner Abrechnung ungefähr die Hälfte davon auftaucht. Bezahlt wird jeweils nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze, darüber liegende Gehaltsteile sind beitragsfrei.
Warum Steuerklasse, Bundesland und Kinder das Netto verschieben
Zwei Menschen mit demselben Bruttogehalt bekommen oft sehr unterschiedlich viel Netto. Der größte Hebel ist die Steuerklasse. Sie legt fest, wie viel Lohnsteuer der Arbeitgeber jeden Monat einbehält. In Steuerklasse 1 (ledig) wird am meisten einbehalten, in Steuerklasse 3 (verheiratet, der besser verdienende Partner) deutlich weniger, weil der Grundfreibetrag des Partners mitgenutzt wird.
Wichtig ist dabei: Die Steuerklasse ändert nur, wann du die Steuer zahlst, nicht wie viel am Ende fällig ist. Über das ganze Jahr gleicht sich der Unterschied bei der Einkommensteuererklärung wieder aus. Trotzdem ist das monatliche Netto in Steuerklasse 3 spürbar höher, was für die Haushaltsplanung zählt.
Das Bundesland spielt nur über die Kirchensteuer eine Rolle: Sie beträgt 8 Prozent in Bayern und Baden-Württemberg, sonst 9 Prozent der Lohnsteuer, und nur, wenn du einer steuererhebenden Kirche angehörst. Kinder wiederum senken die Abgaben gleich zweifach. Sie verringern über die Kinderfreibeträge den Solidaritätszuschlag und ersparen dir den Beitragszuschlag von 0,6 Prozent in der Pflegeversicherung, den Kinderlose ab 23 Jahren zahlen.
Verheiratete können zwischen den Kombinationen III/V, IV/IV und IV/IV mit Faktor wählen. Das Faktorverfahren verteilt die Steuerlast fairer auf beide Gehälter und vermeidet böse Überraschungen bei der Steuererklärung, während III/V dem Hauptverdiener das höchste monatliche Netto bringt. Welche Wahl sich lohnt, hängt davon ab, wie weit die beiden Einkommen auseinanderliegen.
Beispiel: 3.500 Euro brutto in Steuerklasse 1 und 3
Nehmen wir 3.500 Euro brutto im Monat, ohne Kirchensteuer und ohne Kinder, mit dem durchschnittlichen Krankenkassen-Zusatzbeitrag. Die folgenden Werte sind auf volle Euro gerundet und sollen die Größenordnung zeigen, den exakten Cent-Betrag für deinen Fall liefert der Rechner.
| Steuerklasse 1 | Steuerklasse 3 | |
|---|---|---|
| Bruttogehalt | 3.500 € | 3.500 € |
| Lohnsteuer | rund 430 € | rund 95 € |
| Solidaritätszuschlag | 0 € | 0 € |
| Sozialabgaben (dein Anteil) | rund 760 € | rund 760 € |
| Netto (ca.) | rund 2.310 € | rund 2.645 € |
Der Unterschied von gut 330 Euro im Monat steckt komplett in der Lohnsteuer. Die Sozialabgaben sind in beiden Fällen gleich, weil sie nicht von der Steuerklasse abhängen, sondern allein vom Bruttogehalt (bis zu den jeweiligen Beitragsbemessungsgrenzen).
Was sich 2026 geändert hat
Jedes Jahr passt der Gesetzgeber ein paar Stellschrauben an, und 2026 ist da keine Ausnahme. Der Grundfreibetrag, also der Teil des Einkommens, der komplett steuerfrei bleibt, steigt erneut. Das senkt die Lohnsteuer in allen Steuerklassen leicht, am stärksten bei niedrigen und mittleren Gehältern.
Auch die Eckwerte des Steuertarifs werden nach rechts verschoben, damit reine Inflationssteigerungen nicht automatisch in einen höheren Steuersatz rutschen. Bei den Sozialabgaben ändern sich vor allem die Beitragsbemessungsgrenzen und der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen. Wer knapp über einer Grenze liegt, zahlt dort etwas mehr. Weil all diese Werte jährlich neu festgelegt werden, lohnt es sich, die Rechnung zu Jahresbeginn einmal zu wiederholen, statt sich auf eine alte Faustregel zu verlassen.
Selbst nachrechnen
Die offizielle Berechnungslogik kannst du beim Bundesfinanzministerium unter bmf-steuerrechner.de einsehen, dort steht der amtliche Programmablaufplan in seiner aktuellen Fassung. Für den schnellen Alltag ist der Gehaltsrechner bequemer: Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuer und Kinder eintragen, und du siehst dein Netto für 2026 in Sekunden, gerechnet mit genau denselben amtlichen Werten.
Eigenes Gehalt berechnenBerechne dein Nettogehalt mit dem offiziellen Lohnsteuer-Programmablaufplan 2025 & 2026: Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuer, Kinder sowie gesetzliche oder private Versicherung.Verwandte Artikel
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